Facts & Figures
Nach elf Jahren Planung, Vorbereitung und Bau ist die neue Kehrichtverwertungsanlage der kenova in Betrieb. Die bisherige Anlage wurde Ende 2025 ausser Betrieb genommen und wird derzeit zurückgebaut.
FACTS & FIGURES
Gründe für den Neubau
Die bisherige Kehrichtverwertungsanlage hatte während knapp 50 Jahren zuverlässig ihren Dienst geleistet und das Ende ihrer technischen Lebensdauer erreicht. Der Unterhaltsaufwand nahm laufend zu. Gleichzeitig stiegen das Risiko ungeplanter Anlagenausfälle sowie die Gefahr kostspieliger Betriebsunterbrüche und Engpässe bei der Entsorgung. Ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb über 2025 hinaus war deshalb nicht mehr möglich. Ende 2025 wurde die bisherige Anlage durch die neue Kehrichtverwertungsanlage ersetzt.
Standort
Die neue Kehrichtverwertungsanlage steht am Emmenspitz in Zuchwil. Nach Abschluss der Rückbauarbeiten wird die Umgebung schrittweise instand gestellt.
Kapazität
Die Entsorgungskapazität beträgt in der neuen Anlage bis zu 265'000 Tonnen Abfall pro Jahr. Mit der neuen Anlage wird aber ein 15 Prozent höherer Energienutzungsgrad angestrebt, d.h. mit der gleichen Menge Abfall wird mehr Strom und mehr Fernwärme produziert werden können, pro Jahr nämlich rund 160 GWh Strom und 130 GWh Fernwärme. Während die bisherige Anlage vier Verbrennungslinien hatte, verfügt die neue Anlage über zwei grössere Ofenlinien. Auch dadurch arbeitet die Anlage energieeffizienter.
Abfallwiederverwertung
Im Abfall befinden sich wertvolle Metalle, die in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden können. Mit der Ausserbetriebnahme der bisherigen Kehrichtverwertungsanlage wurde auch die bisherige FLUREC-Anlage stillgelegt. Derzeit wird die Flugasche im Ausland aufbereitet und das darin enthaltene Zink zurückgewonnen. Mit der neuen Anlage wurde zudem die Metallrückgewinnung aus der Schlacke optimiert: Dank des trockenen Schlackenaustrags können Nichteisen- und Edelmetalle effizienter zurückgewonnen und mehr Wertstoffe in den Rohstoffkreislauf zurückgeführt werden.
Emissionen
In einer Kehrichtverwertungsanlage entstehen viele Schadstoffe wie Stickoxid, Schwefeldioxid oder Kohlenmonoxid. Eine mehrstufige Rauchgasreinigung und ein Gewebefilter sorgen dafür, dass praktisch keine Schadstoffe mehr an die Umwelt abgegeben werden. Die neue Anlage ist darauf ausgelegt, die bereits niedrigen Luftschadstoffemissionen weiter zu senken und die Anforderungen an einen umweltverträglichen Betrieb zuverlässig zu erfüllen.
Anlieferung
Die kenova setzt weiterhin stark auf den Bahntransport. Die Bahnanlieferungen erfolgen über sechs Umladestationen sowie direkt über den Gleisanschluss der Anlage. Im Jahr 2025 wurden 39 Prozent des Kehrichts per Bahn nach Zuchwil geliefert. 83 Prozent der Reststoffe wurden auf der Schiene abtransportiert. Über die Kehricht- und Reststofftransporte zusammen lag der Bahnanteil bei 48 Prozent.
Kosten
Die Kosten für die neue Anlage belaufen sich auf knapp 580 Mio. Franken. Ziel ist, rund ein Drittel der Kosten aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Hierfür tätigt die kenova schon seit Jahren Rückstellungen.